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Strategien gegen Keime und Viren

Die Klinik Wersbach in Leichlingen erhielt zum zweiten Mal das Zertifikat des „mre-netzes“ Regio Rhein-Ahr. Es bescheinigt der Klinik auch in Zeiten der Corona-Pandemie Patientensicherheit durch Hygiene und Infektionsschutz.

Dort, wo sich viele Menschen begegnen, wächst oft die Sorge vor einer Ansteckung mit gefährlichen Keimen und Viren – seit diesem Jahr auch mit dem Corona-Virus. Ein Gefühl der Sicherheit weckt daher insbesondere in Krankenhäusern und Kliniken eine Zertifizierung durch unabhängige Institutionen. Sie bescheinigt nach eingehender Prüfung, dass bestimmte festgelegte Hygienestandards verlässlich berücksichtigt und im Klinikalltag angewendet werden, um Ansteckungen vorzubeugen. Die Klinik Wersbach in Leichlingen hat als Fachklinik für seelische Gesundheit nun eine solche Prüfung, ein sogenanntes Qualitätsaudit, bestanden: Das „mre-netz“ Regio Rhein-Ahr hat der Klinik zum zweiten Mal das Zertifikat „Patientensicherheit durch Hygiene und Infektionsschutz“ verliehen. 2016 erhielt die Klinik Wersbach erstmals das Gütesiegel.

Den Link zum Artikel in der Rheinischen Post finden Sie >HIER<

Dieses übergreifende Netzwerk wurde 2010 gegründet, um dem Problem multiresistenter Erreger (MRE) wirksam entgegen zu treten. Beteiligt sind das Universitätsklinikum Bonn bzw. das Institut für Hygiene und Öffentliche Gesundheit, finanziert wird es durch Kommunen und Kreise. „Das Ziel ist, die Entstehung von multiplen resistenten Keimen zu vermeiden. Dazu zählen beispielsweise die gefährlichen MRSA-Keime, die gegen zahlreiche Antibiotika resistent sind“, sagt Dr. Christoph Florange, Chefarzt und Direktor der Klinik Wersbach. Der Weg zu mehr Patientensicherheit: Die Kliniken beachten festgelegte Hygiene-Leitlinien, unterwerfen sich einheitlichen Regeln und wenden bestimmte Behandlungspfade an. Dazu zählt auch der achtsame Umgang mit Antibiotika, um Resistenzen der Keime zu vermeiden. Bevor diese Medikamente eingesetzt werden, werde beispielsweise eine Infektion mit konventionellen Mitteln bekämpft, wobei jedoch die Einhaltung von Hygienerichtlinien z.B. durch Desinfektion das wirksamste Mittel zur Prophylaxe einer Ansteckung mit gefährlichen Keimen und Viren darstellt.

„Sinn und Zweck ist es, dass wir einen qualifizierten und immer wiederholbaren Umgang mit Infektionskrankheiten und einer möglicherweise notwendigen Antibiotikabehandlung durchführen, um Resistenzen vorzubeugen“, ergänzt Petra Schmid, Oberärztin und Hygienebeauftragte der Klinik Wersbach. Es gehe um das frühe Entdecken von Keimen und Viren sowie um ein standardisiertes Vorgehen, das sich an den medizinischen Leitlinien orientiert – letztlich darum, die möglichst beste Medizin zu bieten. Das mre-netz prüfe anhand von ausführlichen Dokumentationen der Klinik und auch bei einer Prüfung vor Ort, wie Kliniken Infektionen vorbeugen, diese feststellen und therapieren. Zum Beispiel wird geprüft: Gibt es entsprechende Flyer für Patienten? Gibt es in der Klinik ausreichend Desinfektionsspender? Wird die Wäsche getrennt, wenn es einen Infektionsfall in der Klinik gibt? Wie verhalten sich die Pflegekräfte, die Therapeuten, Patienten und Angehörige im Falle einer bestimmten Infektion? Hat der Patient bereits Antibiotika eingenommen, wenn welche und wann, in welcher Dosierung und gegen welche Infektion? Gab es Komplikationen? „Einmal im Jahr werden alle Punkte überprüft, in unserem Fall erledigt dies das zuständige Gesundheitsamt. Es führt auch den Klinikbesuch durch“, so die Oberärztin und Hygienebeauftragte der Klinik Wersbach, Petra Schmid.

Zu den bisherigen Präventionsmaßnahmen seien in Corona-Zeiten weitere Hygieneauflagen hinzugekommen, das mre-netz habe die Auflagen verschärft. Neu sind zum Beispiel die Abstandsregeln und strenge Besuchsregelungen. Bereits einige Wochen vor dem allgemeinen Lock-down waren nach Angaben von Herrn Dr. Florange Besuche der Patienten der Klinik Wersbach zu Hause nicht mehr erlaubt, sondern nur noch Kontakte zu engsten Familienangehörigen. Ambulante Patienten und externe Dienstleister durften nicht mehr die Klinik betreten. Dann folgten Lockerungen nach Empfehlungen des Robert-Koch-Instituts (RKI). „Inzwischen müssen sie sich vor Eintreten die Hände desinfizieren, Mund-Nasen-Schutz anlegen, ihren Namen und Adresse hinterlegen und ihre Besuchszeiten angeben“, sagt Herr Dr. Florange. Jeder Patient werde vor der stationären Aufnahme auf Corona getestet. Vorab gefragt werde, ob er oder sie in den vergangenen 14 Tagen Symptome hatte oder im Ausland in einem Risikogebiet war. Frau Schmid ergänzt hierzu: „Viele Patienten und Angehörige fragen derzeit nach Hygienestandards und Besuchsregeln. Aktuell dürfen Besucher die Klinik nicht betreten, Treffen sind nur außerhalb der Klinik unter Beachtung der AHA-Regeln (Abstand, Hygiene, Alltagsmaske) möglich.“ Vor der Aufnahme werden die Patienten genau über die aktuellen Verhaltensregeln aufgeklärt. Bei Aufnahme werden sie von Haus-Paten – das sind Angestellte der Klinik - empfangen und durch die Räume geführt.

„Selbstverständlich setzen auch wir strikt die AHA-Regeln um: Abstand halten, auf Hygiene achten und Mund-Nasen-Schutz, also eine Alltagsmaske tragen“, betont Dr. Florange. Das heißt, dass zum Beispiel Gruppentherapien nur in Räumen durchgeführt werden, wo die Abstandsregeln eingehalten werden können.  
Die Rezertifizierung wertet der Klinikdirektor als unverzichtbaren und selbstverständlichen Bestandteil der Qualitätssicherung und der Patientensicherheit, obwohl sich nicht alle Kliniken einer solchen Prüfung und Zertifizierung unterziehen.